Zum dritten Mannschaftskampf bei St. Paulis 5. Mannschaft konnten unsere Top Drei antreten, und zumindest als Optimist rechnete man sich einen möglichen Mannschaftssieg aus.
Doch schon der Start lief in eine andere Richtung: Aus bisher ungeklärten Gründen blieb unser fünftes Brett unbesetzt, und so stand es nach einer Stunde 0:1.
Eine weitere Stunde später gab Karsten Jagnow angesichts eines Bauern- und Qualitätsverlusts seine Partie auf, nachdem er einige Zeit seinem gut aufspielenden und Druck ausübenden Gegner z. T auch aktiv Paroli geboten hatte.
Kurz danach erzielte Fritz Fegebank mit einer unspektakulären Partie den ersten halben Punkt für die Schachfreunde.
Jürgen Dietz „schoss den Anschlusstreffer“: Auf der Grundlage einer immer guten Stellung kombinierte er im Zentrum einen Qualitäts- und Bauerngewinn heraus, und nachdem er auf die siebte Reihe gelangt war, kapitulierte seine Gegnerin.
Auf seinen beiden Nebenbrettern sah es auch gut aus, seit Beginn des Mittelspiels zumindest optisch gute, chancenreiche Stellungen. Sicherlich grübelte Alexander Matthies gerade darüber nach, welchen Hebel er wo und wie an der gegnerischen Stellung ansetzen soll und kann (?), als er mit b4! → Fesslung → Bauernverlust → gegnerischer Freibauer aus seinen eigenen Überlegungen gerissen wurde und keine Riposte mehr fand. „Er hat alles gesehen“, so Matthies' Kommentar zur „sauberen“ Partie seines Kontrahenten.
Fünf Minuten später und kurz vor der Zeitkontrolle verkürzte Clemens Mix den Rückstand. Seine Aktivitäten auf dem Königsflügel und gegen den rochierten König brauchten einen „langen Atem“, Geduld und Präzision in der Zugfolge, bis er eine gewonnene Stellung auf dem Brett hatte, jedoch die Zeit-Überschreitung seines Gegners sicherte den Punkt etwas früher.
An den Brettern 1 und 8 ging es in die Verlängerung., aber das Finale dauerte nur noch wenige Minuten:
Florian Kull, der schon früh am Damenflügel aktiv geworden war - seine Schwerfiguren hatten die a-Linie bereits eingenommen - und (wieder) auf Kosten eines Bauern eine „klar gewonnene“ Stellung erspielt hatte, musste noch ein/zwei kritische Situationen konzentriert überstehen, um letztlich einen souveränen Sieg zu erringen.
An der anderen Ecke verlor Thorsten Jaeger, der in Bezug auf Bedenkzeit wohl einen neuen Rekord aufgestellt haben dürfte (: Für die ersten sechs Züge „seines“ Skandinaviers verbrauchte er eine komplette Stunde!??), dann nach großem Kampf die Zeitnot-Schlacht (: Die letzten 20 Züge mit gut 5 gegen gut 3 Minuten), aus der sein Gegner - der „Ersatzmann“ hätte nominell von seiner DWZ an Brett 2 spielen können, müssen (!?) - mit zwei Mehrbauern hervorging.
Am Ende war es also eine zwar bittere, aber nicht unverdiente 3½:4½-Niederlage. Die Herren an den ersten drei Brettern haben 100%, also „alles“ für einen möglichen Mannschaftssieg gegeben, beigetragen; nach den lobenden Statements über ihre Gegner „der hat alles gesehen“ (Matthies) und „er hat immer gute Züge gemacht“ (Jagnow) müssen wir uns auch eingestehen, sicherlich nicht alles gesehen, bzw. nicht immer die guten, richtigen Züge gefunden und gemacht zu haben …, und die kampflose Niederlage hat uns natürlich auch geschadet!
F. Fegebank